"Macht euch bereit!" - Johannes der Täufer als Rufer in der Wüste

Ein Mann im Kamelhaarmantel auf dem Dach des Kölner Rathauses. Unter ihm auf dem Balkon steht die neue Kölner Oberbürgermeisterin, um ihn herum pulsiert das Leben, die Hektik des Alltags, der vorweihnachtliche Stress, die politischen Diskussionen beim Glühwein… Unser Johannes der Täufer wirkt wie ein Fremdkörper hier mitten in der Stadt. Er steht da und fällt aus dem Rahmen mit seiner Kleidung und seiner Botschaft - ob ihn die Menschen hören oder ihm überhaupt Beachtung schenken? Dabei ist seine Mahnung und Aufforderung so aktuell wie vor gut 2.000 Jahren: "Kehrt um! Macht euch bereit!", so lautet seine Botschaft.

 

 

Johannes der Täufer tritt zur Zeit Jesu als Prophet auf. Er will die Menschen wachrütteln, er versucht sie aus ihren eingefahrenen Bahnen herauszulocken und ihnen neue Wege des Miteinanders mit ihren Mitmenschen und Gott aufzuzeigen.
"Schau auf dein Leben! Prüfe, was du tust und wie du mit den anderen, mit dir, mit Gott umgehst. Prüfe und verändere, was in deinem Alltag in die falsche Richtung läuft! Mach dich bereit für die Ankunft Gottes in deinem Leben!" - das sind die Worte mit denen uns Johannes der Täufer am Anfang der Adventszeit einlädt, wachsam auf unser Leben zu schauen. Bist du dabei?   

 

 

Eine Stimme ruft in der Wüste: „Bereitet dem Herrn den Weg!“ 

Lukasevangelium Kapitel 3, Verse 1-6 

Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt. 

 

Johannes der Täufer bereitet mit seiner Predigt in der Wüste das Auftreten Jesu vor, seine Worte rütteln die Menschen wach und er lädt sie ein, sich im Jordan taufen zu lassen. Auch Jesus wird von ihm im Jordan getauft und verkündigt dann in Wort und Tat das Reich Gottes und die Liebe Gottes zum Menschen. Eine Botschaft, die alles verändert!

 

Fragen zum Weiterdenken: Wo gibt es Momente, in denen ich mich verrenne? Wo verliere ich den Blick für meine Mitmenschen? Wo entferne ich mich von Gott?