"Wir haben seinen Stern gesehen!" - Die Sterndeuter machen sich auf den Weg nach Bethlehem

Den Hirten als Erstzeugen der Geburt Jesu im Lukasevangelium stehen im Matthäusevangelium die Sterndeuter aus dem Osten gegenüber. Sind die Hirten Zeichen für die Zuwendung Gottes zu den Kleinen und Unbeachteten, zeigen die Sterndeuter, dass auch Menschen, die aus der Ferne kommen, neugierig sind auf das Ereignis in Bethlehem. Die Forscher aus dem Osten haben einen „aufgehenden Stern“ gesehen, das Zeichen eines neuen Königs. Und sie sind losgezogen, um diesem Machthaber ihre Ehrerbietung entgegen zu bringen. Sie, die nach Zeichen am Himmel suchen, um die Geschehnisse der Welt zu deuten, sie wollen verstehen, was sich in Judäa ereignet hat und welche Bedeutung dieser neue König für sie und die Welt hat.

In der Erzählung von den Sterndeutern aus dem Osten wird der Neugier der Fremden die Furcht des Herodes gegenübergestellt. Anders als die Sterndeuter, die sich neugierig und mit Vorfreude auf den Weg machen, wird von Herodes erzählt, dass er sich erschrickt als er von dem neuen König hört. Er fühlt sich sofort in seiner eigenen Machtposition hinterfragt: Wie kann da ein anderer König sein und warum wissen die Fremden davon, ich aber nicht?

Wenn wir zu Beginn des neuen Jahres die Reaktionen der Sterndeuter und des Herodes sehen, stellt sich auch für uns die Frage nach dem Umgang, der Konsequenz aus dem Weihnachtsereignis: Bin ich neugierig auf das, was sich in meinem Leben durch die Menschwerdung Gottes ereignen kann? Mache ich mich auf, um aufzubrechen aus meinem Alltag und dem eingespielten Leben? Fürchte ich mich vor dem, was sich verändern würde, wenn ich Christus neu in den Mittelpunkt meines Lebens rücke?

 

 

„Wir haben seinen Stern gesehen!“
Matthäusevangelium Kapitel 2, Verse 1-9a


Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda;denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg.